Eine Scheibe abschneiden
Vom Metzgerlehrling zum Multimillionär: Erfolgreiche Menschen wie Stefan Raab ernten viel Respekt. Der Entertainer zeigt: Nur mit viel Ehrgeiz und Durchhaltevermögen werden Ziele auch erreicht.
Beim Boxkampf brach er sich die Nase, beim Radrennen das Jochbein, beim Turmspringen das Steißbein. Egal, Stefan Raab macht weiter. Dabei könnte sich der Entertainer bequem zurücklehnen: Er hat sich längst einen Namen im Fernsehgeschäft gemacht – und Millionen verdient.
Danach sah es zunächst nicht aus: Raabs Karriere begann als Metzgerlehrling im elterlichen Betrieb, das anschließende Jura-Studium brach er ab. Stattdessen komponierte der gebürtige Kölner Werbe-Jingles und ergatterte einen begehrten Moderatoren-Job beim Musiksender Viva. Dort fiel er vor allem durch seine gesungenen „Raabigramme“ auf, in denen er sich über Prominente lustig machte.
Mit der Pro-Sieben-Sendung „TV Total“ kam der Entertainer dann richtig groß raus. Bis heute hat er daraus zahlreiche neue Formate entwickelt. Bei diesen Events geht es meist um sportliche Herausforderungen: Raab und seine prominenten Mitstreiter springen mehr oder weniger kunstvoll vom Zehnmeterturm, fahren in Woks einen Eiskanal hinunter, oder rammen sich gegenseitig mit Autos.
Ständchen singt Raab in seinen Sendungen zwar nur noch selten, dafür fördert er aber den Musiker-Nachwuchs in Deutschland. Mit Lena Meyer-Landruth fand Raab eine Künstlerin, die beim Eurovision Song Contest ganz Europa verzauberte und den Sieg für Deutschland holte.
Die ultimative Show des Produzenten ist jedoch „Schlag den Raab“. In der Samstag-Abend-Sendung stellt sich der 45-Jährige einem Kontrahenten, den das Publikum bestimmt. Die Aufgaben sind genauso kurios wie herausfordernd: Es geht etwa darum, wer langsamer Rad fährt, besser 300 Gramm Kartoffeln abschätzt oder sich länger an einer Reckstange festhält. Häufig geht Raab als Sieger aus den Duellen hervor.
Was ihn antreibt? Er liebt den Wettbewerb. Und er möchte unbedingt gewinnen. „Ehrgeiz ist Teil meines Charakters“, sagte das Multitalent in einem Interview. „Es macht mir einfach keinen Spaß, Zweiter zu sein.“
Was will ich erreichen?
Auch wer weniger sportlich oder musikalisch ist als Raab, kann sich eine dicke Scheibe von ihm abschneiden. Ehrgeiz und Kampfgeist sind wichtige Fähigkeiten für den Erfolg. Ob Jobwechsel, Schulabschluss, Diät oder Halbmarathon: Wer seine Ziele erreichen möchte, braucht Biss. Vor der Veränderung steht jedoch die Reflexion. Es ist wichtig, möglichst genaue Ziele zu formulieren, etwa „Ich möchte bis zum Sommer fünf Kilo Gewicht verlieren“ oder „Im nächsten Zeugnis möchte ich mindestens eine drei in Englisch haben“.
Das hilft auch Prominenten wie dem Weltmeister Fabian Hambüchen: „Wenn du ein konkretes Ziel hast, so wie ich Olympia 2012, dann bist du kaum kleinzukriegen“, sagt der Turner.
Die eigenen Stärken kennen
Raab gewinnt nicht nur sportliche Duelle, sondern punktet auch bei Aufgaben, in denen Köpfchen gefragt ist – weil er sich eine Strategie überlegt. Vor dem Erfolg steht eine genaue Analyse. Was bringt mich voran, was hält mich auf? Was sind meine Stärken, was meine Schwächen? Nur mit einer guten Selbsteinschätzung kann man an sich arbeiten. Wichtig: Die Grundlage für Erfolge ist ein positives Selbstbild. Wer damit Schwierigkeiten hat, sollte sich regelmäßig von Familie und Freunden bestärken lassen.
Genauso wichtig wie Intelligenz und Selbstmotivation ist Disziplin. Dabei kann es helfen, feste Zeiten einzuplanen, zu denen man an seinen Zielen arbeitet. Am effektivsten ist es, die Sportstunde oder die Lerneinheit in den Kalender einzutragen und sich genauso zuverlässig an diesen Termin zu halten wie an ein wichtiges Meeting.
Comedian Michael Mittermeier konnte oft nicht die nötige Motivation für seine Rückenübungen aufbringen. „Ich habe jahrelang geschludert und mir dann irgendwann gesagt, das ist jetzt wie Zähneputzen.“ Genauso regelmäßig geht er seitdem sein Sportprogramm an.
Sabine Spitz dagegen hilft ein Blick auf das, was sie bisher erreicht hat, zur Selbstmotivation. „Meine Wohnung ist voll von Pokalen und Medaillen, damit ich immer wieder weiß, wofür ich mich quäle“, sagt die Olympiasiegerin im Mountainbiken. Ist ein Zwischenziel erreicht, etwa eine neue Bestzeit geschafft oder die Fortbildung abgeschlossen, ist eine Belohnung angesagt – zum Beispiel mit einem Kinoabend oder einer Shoppingtour.
Dauerhaft erfolgreich ist jedoch nur, wer Fehler erkennt, sie zugibt und daraus lernt. Auch nach drei Monaten Joggen kostet es noch Überwindung, die Sportschuhe zu schnüren? Vielleicht ist eine andere Sportart besser geeignet, um fit zu werden.
Egal wie verbissen man für seine Ziele kämpft, Rückschläge lassen sich nicht vermeiden. Auch Raab gewinnt nicht immer. Aber er gibt stets sein Bestes. Und er steht immer wieder auf.



