Freiheit bringt Erfolg

Moderne Unternehmen bieten ihren Beschäftigten möglichst viele Freiheiten bei Gestaltung und Organisation ihres Arbeitsplatzes. Das motiviert

Timothy Ferriss sieht aus wie ein Fitnesstrainer: kurze Haare, energisches Kinn, breite Schultern, muskulöser Body. Das war nicht immer so. Der Mittdreißiger, geboren in New York, war schon mit Mitte zwanzig ein erfolgreicher Unternehmer. Doch sein boomender Onlineversand für ein Nahrungsergänzungsmittel, das den bezeichnenden Namen Brainquicken – Gehirnbeschleuniger – hat, fraß ihn förmlich auf. Ferriss arbeitete rund um die Uhr und wurde krank.

Er beschloss, sein Leben komplett umzukrempeln, reduzierte E-Mails, Faxe und Meetings, senkte so seine wöchentliche Arbeitszeit auf wenige Stunden. Heute ist er erfolgreicher Autor von Ratgebern zur Verbesserung der geistigen und körperlichen Fitness. Sein Erfolg: Ferriss arbeitet wann, wo und wie viel er will. Wie das geht, hat er in seinem erfolgreichsten Buch beschrieben: „Die 4-Stunden-Woche“.

Outdoor-Meeting

Warum nicht mal ein Meeting draußen?

Nicht jeder Arbeitnehmer oder Unternehmer wird seine Arbeitszeit so weit herunterschrauben können wie Ferriss es tut. Dies erfordert ein ausgeklügeltes Zeitmanagement und die Möglichkeit, viele Aufgaben und Termine zu delegieren. Auch Ferriss benötigte einige Jahre, bis er dieses Stadium größerer zeitlicher Freiheit erreicht hatte und es schaffte, Brainquicken vom Strand in der Südsee oder vom Himalaya aus zu managen. Inzwischen gibt es aber viele Beispiele, die zeigen, dass mehr Freiheit bei der Gestaltung der Arbeit sinnvoll ist und zu höherer Produktivität führen kann.

Einer der Pioniere war der Mischkonzern 3M aus Minnesota. Dort können Mitarbeiter in den Bereichen Forschung und Entwicklung einen Teil ihrer Arbeitszeit nach ihren Wünschen gestalten. Sie dürfen zu Hause arbeiten oder im Café, können basteln oder Spiele machen. Ganz nebenbei haben sie dann Ideen wie die bunten Merkzettel Post-it, die alle Büros erobert haben, oder diverse Verbesserungen der Leuchtstreifen und Klebebänder, die ebenfalls zu den Spezialitäten von 3M zählen.

Kein Wunder, dass 3M im Jahr 2011 und 2010 beim Wettbewerb „Deutschlands beste Arbeitgeber“ in der Kategorie 501 bis 2000 Mitarbeiter mit dem ersten Platz ausgezeichnet wurde. Es gehört auch dank des praktizierten Freiheitskonzepts zu den innovativsten, erfolgreichsten und beliebtesten Unternehmen der Welt.

Kreative Atmosphäre

Kreative Atmosphäre in den Büros von Google

Freiheit am Arbeitsplatz fördert Produktivität

Auch Softwareschmieden wie Microsoft und Google lassen ihren Beschäftigten große Freiheiten. So dürfen Google-Mitarbeiter 20 Prozent ihrer Arbeitszeit frei nutzen, um Ideen zu generieren und eigene Projekte zu verfolgen. Eric Schmidt, der frühere Chef des Suchmaschinen-Unternehmens, betonte mehrfach öffentlich, dass gute Mitarbeiter keine Chefs benötigten. Statt ihnen Vorschriften zu machen, solle man sie möglichst frei und unabhängig arbeiten lassen. Zu dieser Freiheit gehört auch, dass das Arbeitsambiente eher einer Kombination aus Studentenbude, Freizeitpark und Wellnesscenter als dem eines Weltkonzerns ähnelt. Die Google-Belegschaft rutscht und schaukelt, klettert und radelt und sorgt trotzdem für enorme Gewinne.

Noch extremer ist die Lösung, welche die Online-Filmverleihfirma Netflix in den USA gewählt hat. Dort können die Mitarbeiter sämtliche Arbeitsmodalitäten selbst bestimmen. Sie arbeiten wann, wo und wie viel sie wollen, nehmen Urlaub wann und wie viel sie mögen – die einzige Vorgabe ist, dass ihre Jobs erledigt werden. Bei Netflix haben die Beschäftigten das höchste Maß an Freiheit, gleichzeitig aber auch enorme Verantwortung.

Immer mehr traditionelle Unternehmen, die keine Spielplatzatmosphäre verbreiten, stellen sich ebenfalls auf neue Anforderungen des Arbeitslebens ein. So bietet etwa die deutsche Tochter des Technologiekonzerns IBM familienfreundliche Arbeitszeiten sowie die Möglichkeit, mobil von zu Hause aus zu arbeiten. Ebenfalls möglich ist es, ein paar Jahre ganz oder teilweise zu pausieren und sich währenddessen mithilfe des Arbeitgebers weiterzubilden.

Von derartigen Idealbedingungen sind die meisten deutschen Unternehmen allerdings noch weit entfernt. Immer noch fühlen sich viele Arbeitnehmer hierzulande bevormundet und haben den Eindruck, dass sie nicht ernst genommen, ihre Ideen und ihr Einsatz nicht geschätzt werden. Ernüchternd sind die Ergebnisse der jährlich stattfindenden Umfragen des Beratungsunternehmens Gallup.

So hat die repräsentative Befragung von 2000 Arbeitnehmern im Jahr 2011 zum wiederholten Mal ergeben, dass ein großer Teil von ihnen nur gering motiviert ist. 21 Prozent der Befragten wiesen keinerlei emotionale Bindung an ihr Unternehmen auf und verhielten sich sogar destruktiv. Die Folgen sind fatal. Marco Nink, Strategic Consultant bei Gallup, warnt: „Durch die daraus resultierenden Produktivitätseinbußen entsteht ein volkswirtschaftlicher Schaden zwischen 121,8 und 125,7 Milliarden Euro.“ Doch es gibt auch Möglichkeiten, dem beruflichen Alltagsfrust zu entrinnen. Das Marktforschungsunternehmen TNS Emnid befragt im Auftrag der Job AG regelmäßig verschiedene Gruppen von Berufstätigen in Deutschland. Wichtige Wohlfühlfaktoren bei der Arbeit sind Arbeitsklima, Einkommen und die zu erfüllenden Aufgaben – weniger wichtig sind Faktoren wie etwa die Sicherheit des Arbeitsplatzes.

Selbstständige sind zufriedener

Die Gesamtauswertung der vergangenen Jahre hat gezeigt, dass vor allem Landwirte, Freiberufler und Selbstständige positiv gestimmt sind und optimistisch in die Zukunft schauen. Am wenigsten zufrieden sind laut Arbeitsklima-Index von TNS Emnid Angestellte. Das Bild ist eindeutig. Berufstätige sind am erfolgreichsten und zufriedensten, wenn sie möglichst frei agieren können.

Viele Freiheiten haben auch die Mitarbeiter der Deutschen Vermögensberatung (DVAG). Als selbstständige Vermögensberater können sie ihre Arbeitszeit frei einteilen und genießen die größtmögliche unternehmerische Selbständigkeit. Gleichzeitig sind sie in ein Team eingebunden und können sich in den zahlreichen Schulungs- und Berufsbildungszentren fortbilden. Dabei erhält jeder, der sich eine Existenz als Vermögensberater aufbauen will, Tipps und Unterstützung von erfolgreichen Branchenprofis. Und auch nach der Gründung ist der Teamgedanke bei der DVAG sehr stark ausgeprägt: Bei zahlreichen Veranstaltungen können Erfahrungen ausgetauscht werden. Das motiviert jeden Mitarbeiter und spornt zu Höchstleistungen an. Die Freiheit wollen alle schließlich gut nutzen – wenn auch nicht jeder in einem Basislager auf dem Himalaya arbeiten möchte.



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