Rundum versichert
Marlene Dietrich
… hat schon in den 30er-Jahren ihre Beine in Millionenhöhe versichert, Heidi Klum bekommt im Ernstfall fürs rechte Bein 1,2 Millionen und fürs linke eine Million Euro. Grund für den Unterschied: eine kleine Narbe. Teurer sind nur die Beine von Cristiano Ronaldo. Für je 90 Millionen Pfund – das sind umgerechnet rund 100 Millionen Euro – hat sein Arbeitgeber Real Madrid die wertvollsten Körperteile des Weltfußballers von 2008 versichern lassen. Die Liste der skurrilen Promi-Policen ist lang: So ist der Po von Latina Jennifer Lopez angeblich eine Milliarde Dollar wert. Sicher ist, dass Boss Bruce Springsteen seine Stimme für sieben Millionen Dollar und Tiger Tom Jones sein Brusthaar für vier Millionen Dollar versichert hat.
Wenn die Außerirdischen kommen
Auch Normalbürger können sich gegen so manche seltsamen Unbilden des Lebens absichern. Wer beispielsweise fürchtet, von Aliens entführt zu werden, kann zur „Alien-Police“ der niederländischen Sir Huckleberry Insurance Company (SHIC) greifen. Sie zahlt, wenn der Versicherte unfreiwillig von Außerirdischen entführt wurde. Einziger Haken: Er muss den Entführungsfall mit einem polizeilichen Gutachten nachweisen.
Wer statt mit dem Ufo mit dem Flugzeug unterwegs ist, kann sich ebenfalls bei der SHIC versichern. Die Police gegen Luftlöcher zahlt, wenn das Flugzeug in sechs Sekunden mindestens 3.000 Meter an Höhe verliert. Das entspricht 1.800 Stundenkilometern – und damit einer Geschwindigkeit schneller als der Schall.
Schutz gegen Lottopech und Golferglück
An diejenigen, die ihr Glück gern beim Tippen von sechs Richtigen herausfordern, richtet sich die Police gegen Lottopech. Anbieter SHIC zahlt Freizeitzockern eine Prämie von 10.000 Euro – vorausgesetzt, sie erwischen innerhalb eines Jahres bei keiner Ziehung mehr als eine richtige Zahl.
Im Golfsport wiederum kann man sich gegen zu viel Glück schützen. „Hole-in-one“ nennt man bei Turnieren das Einlochen des Balls mit einem Schlag. So ein Ass gelingt mit einer Wahrscheinlichkeit von 1:12.500. Doch der Traumabschlag kann sich schnell in einen Albtraum verwandeln. Denn es gehört sich, dass der Glückspilz alle Turnierteilnehmer ins Clubhaus einlädt, um den Treffer anständig zu begießen. Verfügt er dann nicht über eine Hole-in-one-Versicherung, die für die Lokalrunden aufkommt, wird das schnell ein teurer Spaß.
Ein absolutes Muss
Während die Golferversicherung durchaus ernst gemeint ist, dürfen Policen wie die des Anbieters SHIC mit einem Augenzwinkern betrachtet werden. Andere Versicherungen wiederum sind für jedermann unerlässlich. Sie sichern den Begünstigten, dessen Familie sowie seinen Besitz für den Fall der Fälle ab. So ist eine Berufsunfähigkeitsversicherung (BU) ein absolutes Muss für alle, die von ihrer Arbeit ihren Lebensunterhalt bestreiten müssen. Sie zahlt dem Versicherten eine vereinbarte Rente, wenn er seinen Beruf wegen Krankheit oder Unfall nicht mehr ausüben kann. Auf den Staat sollte sich dabei niemand verlassen. Denn für alle Jahrgänge ab 1961 gilt: Wer berufsunfähig wird, kann dazu angehalten werden, in einem anderen als seinem erlernten Beruf zu arbeiten. Und selbst wer die volle gesetzliche Erwerbsminderungsrente erhält, muss damit im Vergleich zu seinem Arbeitseinkommen erhebliche Abstriche in Kauf nehmen. Wichtig: Je früher die BU abgeschlossen wird, desto günstiger die Beiträge.
Für die Gesundheit
Auch über die Berufsunfähigkeitsversicherung hinaus sollte der Gesundheitsschutz keine Lücken aufweisen. Sinnvoll für jede Art der Freizeitbeschäftigung ist eine private Unfallversicherung. Denn in diesem Bereich passieren besonders häufig Unglücke, zum Beispiel beim Kicken im Freundeskreis oder beim Frühjahrsputz daheim. Die Versicherung zahlt bei einer dauerhaften Gesundheitsschädigung durch einen Unfall. Entscheidend: Da die Unfallversicherung nicht bei Krankheit leistet, kann sie nicht die BU-Versicherung ersetzen.
Für die Absicherung von Kindern gilt: Zwar ist der Nachwuchs in der Schule und auf dem Schulweg versichert, wesentlich häufigere Ursache für eine Schul- und spätere Berufsunfähigkeit sind allerdings Unfälle in der Freizeit sowie Krankheiten. Besser als eine reine Unfall- ist daher eine Kinderinvaliditätsversicherung. Sie springt auch in Krankheitsfällen ein. Mit einer solchen Police können Eltern einfach beruhigter in die Zukunft schauen.
Gesundheit: Auf den Anbieter kommt es an
Eine Krankenversicherung ist Pflicht für alle, die ihren Wohnsitz im Bundesgebiet haben. Selbstständigen und Freiberuflern steht die private Krankenvollversicherung offen. Laut Koalitionsvertrag soll der Wechsel auch für Arbeitnehmer wieder nach einmaligem Überschreiten der Jahresarbeitsentgeltgrenze möglich sein. Konkret: Wer im Vorjahr über der Mindestverdienstgrenze von derzeit 49.950 Euro pro Jahr beziehungsweise 4.162,50 Euro pro Monat lag, kann sich für die private Krankenvollversicherung entscheiden. Ein Anbieter-Test des Finanzmagazins Focus Money ergab kürzlich: „Gesamtsieger in der Kategorie Klassik-Tarife ist mit Abstand die Central.“
Auch bei den gesetzlichen Krankenkassen lassen sich Unterschiede feststellen, trotz Einheitsbeitrag. So können Kassenpatienten etwa mit Bonusprogrammen sparen, beispielsweise wenn ihre Krankenkasse eine gesunde Lebensweise und die regelmäßige Teilnahme an den empfohlenen Vorsorgeuntersuchungen honoriert. Wer die Bonuszahlungen in den wichtigen privaten Krankenzusatzschutz investiert, kann den Leistungskatalog der gesetzlichen Krankenkassen sinnvoll aufstocken. So sichert man sich finanzielle Unterstützung zum Beispiel bei Zahnersatz, der Heilpraktiker- oder der Chefarztbehandlung im Krankenhaus.
Den notwendigen Schutz für den Urlaubstrip deckt eine Auslandsreise-Krankenversicherung ab. Gute Policen übernehmen im Ernstfall die Kosten, die von der gesetzlichen Krankenversicherung nicht beglichen werden – beispielsweise den Rücktransport oder einen langwierigen Krankenhausaufenthalt etwa nach dem komplizierten Beinbruch auf der Skipiste.
Alles für die Familie
Niemand denkt gerne daran: Doch wer Familie hat, sollte mit einer Risiko-Lebensversicherung Ehepartner und Kinder für den Ernstfall versorgen. Sie zahlt im Todesfall die vereinbarte Summe an die Hinterbliebenen aus – schon ab dem ersten Beitrag besteht voller Versicherungsschutz. Tipp: Nicht nur der Hauptverdiener sollte abgesichert sein. Auch der Verlust des anderen Elternteils kann – neben allen anderen – erhebliche finanzielle Folgen haben, etwa wenn eine Hilfe für Haushaltsführung und Kinderbetreuung angestellt werden muss.
Kleine Missgeschicke, große Summen
Manchmal sind es gerade die kleinen Missgeschicke, die die Verursacher teuer zu stehen kommen können. Wenn zum Beispiel der Filius mit dem Skateboard den nagelneuen BMW des Nachbarn zerschrammt oder der Vater das Rotweinglas auf dem weißen Designersofa der Schwiegereltern umkippt, kommen für die Schadensbehebung schnell hübsche Summen zusammen. In solchen Fällen springt eine Privathaftpflichtversicherung ein.
Tipp: darauf achten, dass neben grober Fahrlässigkeit auch die Übernahme von Schäden durch „deliktsunfähige Kinder“ versichert ist. Andernfalls sind Schäden, die Kinder unter sieben, im Straßenverkehr unter zehn Jahren anrichten, nicht abgedeckt.
Auch die eigene Immobilie sollte rundum abgesichert werden. Für Hausbesitzer empfiehlt sich eine Wohngebäudeversicherung. Sie kommt bei Schäden durch Feuer, Leitungswasser, Sturm und Hagel zum Tragen. Zusätzlich lassen sich Gefahren wie Überschwemmungen, Erdbeben, Schneedruck oder Rohrverstopfungen integrieren. Den Schutz der Inneneinrichtung gegen Feuer, Einbruchdiebstahl, Vandalismus, Leitungswasser, Sturm und Hagel bringt man am besten mit einer Hausratversicherung unter Dach und Fach. Beispielsweise für hochwertige Fenster und Glaskeramik-Kochflächen gibt es die Glasversicherung.
Besonders einfach gelingt die Absicherung mit einer Paketversicherung wie der VERMÖGENSSICHERUNGSPOLICE (siehe Kasten). Damit wappnen sich Normalbürger gegen die wichtigsten Alltagsrisiken. Und das Beste: Solche Rundumsorglos-Angebote helfen obendrein auch noch sparen.
wenn er seinen Beruf wegen Krankheit oder Unfall nicht
mehr ausüben kann. Auf den Staat sollte sich dabei niemand
verlassen. Denn Wer berufsunfähig wird, kann dazu angehalten werden,
in einem anderen als seinem erlernten Beruf zu arbeiten.
Und selbst wer die volle gesetzliche Erwerbsminderungsrente
erhält, muss damit im Vergleich zu seinem
Arbeitseinkommen erhebliche Abstriche in Kauf nehmen.
Wichtig: Je früher desto günstiger die Beiträge.
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Auch über die Berufsunfähigkeitsversicherung hinaus
sollte der Gesundheitsschutz keine Lücken aufweisen.
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