Sonnige Aussichten
Ähnelt Berlins Zentrum
… neuerdings dem New Yorker Stadtteil Manhattan mit seinen Hunderten von Wolkenkratzern und Häuserschluchten? Wenn man sich den dreidimensionalen Berliner Solar-Atlas ansieht: ja. Denn das im Herbst 2009 vorgestellte Internet-Stadtmodell bildet die Gebäude nicht in ihrer realen Höhe ab, sondern in einer Größe, die ihrem Solarpotenzial entspricht. So können selbst unscheinbare Bauten zu Riesen anwachsen. Riesig sind auch die Vergütungen, die Hauseigentümer erhalten, wenn sie sich eine Fotovoltaikanlage aufs Dach setzen.
Aufgrund des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG) müssen die örtlichen Netzbetreiber allen Anlageeigentümern den produzierten Solarstrom abkaufen. Seit dem 1. Januar 2010 gibt es hierfür neue Tarife. Für jede Kilowattstunde fließen nun, je nach Größe der Anlage, bis zu 39,14 Cent (siehe Tabelle) – 20 Jahre lang. Das ist fast das Doppelte des normalen Strompreises. Bei Solarmodulen, die 2009 oder später in Betrieb gehen, bekommt der Eigentümer sogar Geld für die Energie, die er selbst produziert und verbraucht: 22,76 Cent pro Kilowattstunde.
Der Staat greift Ökostrom-Erzeugern auch mit verbilligten Krediten bei der Erstellung einer Anlage unter die Arme. So bietet die KfW-Bank in ihrem Programm „Erneuerbare Energien“ in der Variante „Standard“ zinsgünstige Darlehen bis zu 100 Prozent der förderfähigen Nettoinvestitionskosten. Neben den Krediten der bundeseigenen Förderbank zahlen Bundesländer wie etwa Rheinland-Pfalz oder das Saarland Bar-Zuschüsse. Auch einzelne Kommunen stellen Gelder zur Verfügung – ein Anruf im Rathaus kann sich daher bezahlt machen.
Lohnende Anlage
Dass sich der Einbau einer Fotovoltaikanlage lohnt, betont auch Finanztest online: „Kleine Stromproduzenten erzielen mit ihrer Solaranlage oft eine langfristige Rendite von mehr als 5 Prozent vor Steuern.” Dieser Rechnung liegen zwar noch die im letzten Jahr etwas höheren Garantiepreise zugrunde, dennoch gilt: Für wenige andere Investitionen lassen sich Einnahmen und Ausgaben so gut kalkulieren. Außerdem sind die Anlagen nach einem Preisrutsch in den vergangenen Jahren besonders günstig. Kostete eine fertig installierte Anlage Ende 2008 im Schnitt noch rund 4.200 Euro je Leistungseinheit (Kilowatt-Peak), waren es ein Jahr später nur noch 3.130 Euro. Dennoch gibt es hohe Preisunterschiede.
Wer sich für den Kauf einer Solarstromanlage interessiert, sollte deshalb Komplettangebote bei mehreren Anbietern einholen, die auf jahrelang erfolgreich arbeitende Referenzanlagen verweisen können. Zudem sollte man genau prüfen, um welche Art von Solarzellenmodulen es sich handelt. Am gängigsten sind sogenannte Dickschicht-Solarzellen mit Silizium. Dabei erreichen polykristalline Zellen einen Wirkungsgrad von etwa 16 Prozent und bieten bislang das beste Preis-Leistungs-Verhältnis. Daneben werden auch Dünnschicht-Module angeboten. Unter diesen sind die CIS-Module (Kupfer, Indium, Selen) diejenigen mit dem derzeit höchsten Wirkungsgrad von zwölf Prozent. Experten sehen diese neue Technologie im Kommen. Doch nicht nur die Solarzellen sind für die Energieausbeute entscheidend, auch die Beschaffenheit des Daches ist maßgeblich. Optimal sind eine Dachneigung von 30 Grad und eine Ausrichtung nach Süden. Aber selbst Flachdächer können zu Sonnenfängern werden – mithilfe spezieller Montage-Gestelle.
Wichtig: Seit 1. Januar 2009 müssen Solarstromerzeuger ihre neue Anlage vor Inbetriebnahme bei der Bundesnetzagentur anmelden. Ohne diese Anmeldung ist der örtliche Netzbetreiber nicht verpflichtet, den Solarstrom zu vergüten. Das nötige Formular gibt es unter www.bundesnetzagentur.de, Rubrik „Regulierung Energie”.
Auch über die Absicherung ihrer Anlage sollten sich Betreiber Gedanken machen: Eine spezielle Fotovoltaik-Versicherung springt bei Schäden etwa durch Sturm, Kurzschluss oder Diebstahl ein. Für alle, die in Zukunft auf die Sonnenkraft setzen möchten: Mit dem Bauspar-Produkt ImmoSofort der Badenia Bausparkasse können Hausbesitzer eine Solarstromanlage zu einem günstigen Zinssatz finanzieren (siehe Kasten) – da macht es noch mehr Spaß, jede Menge Sonnenstrahlen zu tanken.
