Glück, das höchste der Gefühle

Am Anfang

… musste sich Direktor Ernst Fritz-Schubert so manche Schmähung anhören, als er das Fach „Glück“ an seiner Heidelberger Schule einführte: Zeitverschwendung, esoterisches Gedöns, Kindergartenkram. Doch der Pädagoge hielt daran fest. Seine Schüler sollten etwas für ihre körperliche und seelische Gesundheit tun. In der Praxis: Ein Motivationstrainer hilft den jungen Leuten beispielsweise, positives Denken zu lernen. Sie machen Entspannungsübungen und sprechen über Philosophie. Nach dem Projekt folgte die wissenschaftliche Auswertung. Sind die Jugendlichen aus dem Glücks-Kurs zufriedener als ihre Altersgenossen? Das Ergebnis: Die Schüler haben gelernt, sich zu hinterfragen, ihre eigenen Bedürfnisse zu erkennen – und sie gaben häufiger als die Vergleichsgruppe an, ihre Situation im Griff zu haben.

Glück kann man also lernen. Kein Wunder, dass auch viele Autoren auf diesen Zug aufspringen. Ob Eckart von Hirschhausens Bestseller „Glück kommt selten allein“, „Die zehn Geheimnisse des Glücks“ von Adam Jackson oder Anselm Grüns „Das kleine Buch vom wahren Glück“ Der Bedarf nach Tipps für ein zufriedenes Leben ist groß. Gerade in wirtschaftlich unruhigen Zeiten besinnen sich viele Menschen auf ihr persönliches Glück. Dabei sind den meisten die kleinen Momente der Zufriedenheit wichtiger als das überwältigende „Ausnahmeglück“. Eine Umfrage des Instituts TNS Infratest im Auftrag des SPIEGEL bestätigt diese Wahrnehmung: 71 Prozent der über 18-Jährigen halten „gute Gesundheit“ für die wichtigste Grundlage ihres Glücks. An zweiter Stelle stehen mit 38 Prozent „Freunde, auf die man sich verlassen kann“. Damit das Glück einen findet, braucht es manchmal etwas Unterstützung. Der Vermögensberater hat für unterschiedliche Altersgruppen Anregungen zusammengetragen, die dem tollen Gefühl auf die Sprünge helfen.

Kinder: Drei Tipps für glückliche Kids

Geheimplatz

Paulas Lieblingsplatz ist der alte Geräteschuppen im Garten, und Felix verhängt sein Hochbett mit Tüchern – die Kleinen brauchen Rückzugsmöglichkeiten. In der Kinderglücksstudie des ZDF stand bei 71 Prozent der Befragten ein persönlicher „geheimer Platz“ ganz oben auf der Wohlfühlliste. Wichtig: Die Kids brauchen hier kein GPS-Handy, um jederzeit geortet werden zu können, sondern das Vertrauen ihrer Eltern. Das Loslassen fällt Vater oder Mutter oft nicht leicht, ist aber ein wichtiger Schritt für einen ausgeglichenen Nachwuchs.

Bücherfreuden

Pippi Langstrumpf, die Fünf Freunde oder Karlsson vom Dach: Was wäre Kindheit ohne literarische Helden, mit denen man in andere Welten eintauchen kann? Lesen macht Lust, aber die kommt nicht von allein. Deshalb sollten sich Eltern Zeit nehmen, ihrem Nachwuchs vorzulesen. Wer von früh auf mit Büchern aufwächst, hat gute Chancen, auch später gern selbst zu schmökern. Schließlich gibt es kaum etwas Schöneres, als mit Mama oder Papa gemütlich auf dem Sofa zu kuscheln und dabei einer tollen Geschichte zu lauschen.

Buchtipp: „Das große ellermann-Vorlesebuch“ (ISBN:9783770724772, 12,95 Euro) birgt jede Menge Geschichtenschätze fürs Kinderzimmer.

Immer in Bewegung

Kinder rennen, springen, klettern und balancieren – Bewegung ist Ausdruck kindlicher Lebensfreude. Sie hält den Körper gesund und bringt nebenbei auch die Intelligenz in Schwung. Deshalb sollten Eltern ihren Kleinen viel Platz, Zeit und Anreize zur Bewegung geben. Denn nur dann kann es ihnen richtig gut gehen. Drei bis vier Stunden müssen sich Kids im Schnitt täglich auspowern, um bei Laune zu bleiben. Tolle Anregungen für viele spannende Bewegungsspiele bietet das Buch „Die schönsten Spiele für drinnen und draußen“ (ISBN: 3833801344, 19,90 Euro). Auf die Plätze, fertig, los!

Junge Paare: Dreimal mehr Zufriedenheit

Küssen macht gesund

Rein wissenschaftlich gesehen, regt ein Kuss den Speichelfluss an, Abertausende von Bakterien wechseln von Mund zu Mund, und sogenannte Neuropeptide werden freigesetzt, die die Abwehrkräfte stärken. Obendrein kommen körpereigenes Morphium und Endorphine in Schwung, die für Glücksgefühle sorgen. Das ist sogar messbar: Die Körpertemperatur steigt, der Puls beschleunigt sich, das Herz schlägt schneller. Küssen ist also ein Ganzkörperphänomen – und in der Praxis natürlich noch viel schöner als in der Theorie.

Selbstbestimmtes Arbeiten

„Selbstständige sind glücklicher“, behauptet Andeas Lutz, der bundesweit Gründer-Workshops veranstaltet. Eine Studie der TU und Universität München unter 3.300 Gründern hat gezeigt, dass 94 Prozent der Befragten nach zwei Jahren ihren Schritt in die Selbstständigkeit nicht bereut haben. Größtes Plus: das selbstbestimmte Arbeiten und die flexiblere Zeiteinteilung. Sie möchten auch eigenverantwortlich tätig sein? Als Vermögensberater der Deutschen Vermögensberatung können engagierte Menschen selbstständig arbeiten und gleichzeitig von einer einzigartigen familiären Berufsgemeinschaft profitieren.

Danke schön

Manchmal ist es ganz einfach, zufrieden und ausgeglichen zu sein. Der renommierte Glücksforscher Martin Seligman von der University of Pennsylvania fand heraus, dass ein Dankbarkeitsbesuch oder ein Dankesschreiben eine hervorragende Methode ist, sich gut zu fühlen. „Das wirklich Erstaunliche daran ist,dass die Leute nach einer einzigen Aktion auch einen Monat später noch glücklicher waren“, so der Psychologe. Wie wäre es also mit einem ganz eigennützigen Besuch bei Tante Gerda, die mit ihrer großzügigen finanziellen Unterstützung das Studium ermöglicht hat?

Oder mit einer netten Post an den alten Physiklehrer, dessen nimmermüde Erklärung der Quantentheorie für das Aha-Erlebnis der Schulzeit gesorgt hat?

Familien: Drei Rezepte für gemeinsames Glück

Zusammen stark

Die Familie ist für die meisten Deutschen eine Glücksquelle – das ist das Ergebnis einer repräsentativen Umfrage des Instituts für Demoskopie Allensbach. 86 Prozent der Eltern erklären: „Meine Lieben machen mich glücklich.“ Laut Studie entsteht die Familienzufriedenheit jedoch nicht von selbst. Wer sich für den Zusammenhalt einsetzt, sei häufig glücklicher als andere. Grund genug, mal wieder einen gemeinsamen Aktionstag zu planen.

Wie wäre es mit einem Ausflug in den nächsten Wald unter einem bestimmten Motto, etwa „Indianer“? Da werden Tierspuren bestimmt, Pfeile geschnitzt, schöne Federn gesucht, und das geräuschlose Heranschleichen wird geübt.

Dem Leben Würze verleihen

Ob Nelke, Muskat, Zimt oder Kardamon – die Gewürze in Spekulatius, Lebkuchen und Co. erhellen das Gemüt. Am besten erforscht ist der Effekt der Muskatnuss: Ihr Inhaltsstoff Myristicin wird im Körper zu einem aufputschenden Amphetamin umgebaut. Doch Vorsicht: Zu viel davon kann gefährlich sein. Gewürze sind auch Naturheilmittel. Sie wirken entzündungshemmend und schleimlösend und helfen somit bei Schnupfen und Husten. Mit diesem Wissen macht es doppelt so viel Spaß, würzige Plätzchen zu backen – und gemeinsam zu naschen.

Freude schenken

„Geben ist seliger denn Nehmen“ – auch eine amerikanische Studie bestätigt, dass soziale Ausgaben glücklich machen. Eine Möglichkeit: Weihnachtspäckchen für benachteiligte Kinder packen. Dabei kann die ganze Familie helfen. Die Eltern besorgen ein paar Leckereien, die Kinder durchstöbern ihre Spielzeugkiste nach einem kleinen Auto oder einem Spiel, das vielleicht schon länger nicht mehr herausgeholt wurde. Solche Paketaktionen finden in vielen Städten statt, oft organisiert von der örtlichen Kirchengemeinde. Auch ora international e.V. verschickt Päckchen an bedürftige Kinder in Osteuropa. Mehr Infos unter www.weihnachtspakete.info/packen.html.

50plus: Dreimal mehr Freude im Leben

Farbenfroh

Mit zunehmendem Erwachsenenalter steigt die Glückskurve. Menschen um die 65 Jahre sind laut Forschung die zufriedensten. Damit das Leben noch ein bisschen schöner wird, kann man das Wohlbefinden zusätzlich steigern. Ein Dopingmittel für die Seele: Farben. Diese lösen unterschiedliche Reaktionen im Körper aus.

Während blaues Licht die Blutgefäße verengt und so bei Migräne helfen und Schmerzen lindern kann, verbessert Rot die Durchblutung und regt den Stoffwechsel an. Gelbes Licht dagegen macht entspannt. Die Kraft der Farben lässt sich auch im Alltag nutzen, gerade im Winter. Schon mit ein paar Highlights in warmem Orange oder sonnigem Gelb steigt die Stimmung.

Schöne Erinnerungen

Das Jahr geht zu Ende – Zeit, sich zurückzulehnen und sich die schönen Erlebnisse der Vergangenheit noch einmal vor das innere Auge zu rufen: den tollen Urlaub am Meer, die Geburtstagsfeier mit lieben Freunden, den Zoobesuch mit dem Enkel. Denn das Gedächtnis ist ein kostbarer Schatz, der sorgsam gepflegt werden will, damit so wenig wie möglich davon verloren geht.

Auch Kinder finden es faszinierend, wenn Oma und Opa von ihrer eigenen Kindheit erzählen, von großen und kleinen Ereignissen, die sie zu dem gemacht haben, was sie sind – mit einem Blick ins Fotoalbum wird die Reise in die Vergangenheit noch spannender.

Andere Wege

Zu viel Routine kann dem Gehirn schaden. Deshalb sollte jeder mal andere Wege einschlagen und Abwechslung ins Leben bringen – das regt das Denkorgan an. Dazu genügen oft schon kleine Dinge: eine neue Strecke zum Arbeitsplatz, die Uhr am anderen Handgelenk tragen oder in der Zeitung einmal den Artikel lesen, der sonst garantiert überblättert worden wäre. Womöglich tut sich Ihnen eine ganz neue Welt auf, die Sie dem Glück ein bisschen näherbringt.

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