Ich fahre 100 Autos
Teilen statt besitzen, mitfahren statt Parkplatz suchen: Junge Leute stehen auf die neue Mobilität. Wie Carsharing funktioniert
Heute ein Cabrio, morgen ein Kombi? Kein Problem! Es braucht ja nicht das eigene Auto zu sein, hinter dessen Steuer sich das Gefühl der grenzenlosen Freiheit einstellt. Besitz kann belasten, schließlich muss der Halter sein Fahrzeug versichern, tanken und regelmäßig warten.
Gerade junge Leute wollen sich diese Verantwortung und die Kosten nicht unbedingt aufbürden. Mobil sind sie trotzdem, dank Mitfahrzentrale, Autostopp oder Carsharing. „Für viele Menschen besitzt das eigene Auto als Statussymbol nicht mehr die Bedeutung wie früher einmal“, sagt Robert Henrich, Geschäftsführer des Mietmodells Car2go, ein Projekt des Autobauers Daimler. „Carsharing wird zum Lifestyle.“
Smart oder Lieferwagen?
Carsharing bedeutet, sich einen großen Fuhrpark mit anderen zu teilen. Das ist ökologisch und clever – weil Autoteiler sich um fast nichts kümmern müssen und kräftig sparen können. Als Faustregel gilt: Wer weniger als 10.000 Kilometer im Jahr fährt, ist mit Carsharing meist günstiger unterwegs als mit dem eigenen Wagen.
Positiver Nebeneffekt: Man muss sich nicht für ein Modell entscheiden, sondern kann verschiedene austesten – den Cityflitzer für die Shoppingtour, den Kombi für das Strandwochenende mit Freunden und den Transporter für die Fahrt ins Möbelhaus. Aber Achtung: Die Fahrzeuge sind zwar versichert, trotzdem kann es Einschränkungen geben, etwa bei der Frage, wer ans Steuer darf.
Vor dem Start sollte der Fahrer unbedingt prüfen, wann die Versicherung greift und ob es bei Unfällen eine Selbstbeteiligung gibt. Gleiches gilt für Mietwagen oder geliehene Fahrzeuge von Privatpersonen.
Wer nur kurze Strecken zurücklegen will, kann ein Stadtauto leihen, etwa von Car2go. Der Vorteil: Fahrer müssen ihre Autos nicht vorher reservieren, sondern können spontan in eines der Mietautos einsteigen, die am Straßenrand stehen. Das Auto muss auch nicht zurückgebracht, sondern kann überall innerhalb des Stadtgebiets geparkt werden. Da alle Fahrzeuge Smarts sind, ist Car2go aber nur für bestimmte Touren geeignet und für viele eher eine Alternative zum Taxi als zum eigenen Auto.
Gut geschützt auf dem Beifahrersitz
Statt selbst zu fahren, machen es sich einige Menschen lieber auf dem Beifahrersitz oder der Rückbank bequem. Vor allem für Trips von einer zur anderen Großstadt findet sich oft eine passende Mitfahrgelegenheit, die meist weniger kostet als ein Zugticket.
Wichtig: Mitfahrer sollten sich über eine Unfallpolice absichern. Zwar greift bei einem Schaden die Haftpflichtversicherung des Autobesitzers, doch ist diese oft auf eine bestimmte Höchstsumme begrenzt. Mit einer Unfallpolice sind Mitfahrer und Autostopper immer auf der sicheren Seite. Außerdem sinnvoll: den Fahrer vor dem Einsteigen genau in Augenschein zu nehmen. Mitfahrzentralen bieten Profile und Bewertungen der Fahrzeuglenker an.
Doch auch ein Fahrer, der andere mitnimmt, sollte sich absichern. Verursacht er einen Unfall, haftet er für die Schäden an seinen Mitfahrern, egal ob es sich um Verwandte, Freunde oder einen völlig unbekannten Tramper handelt.
Prinzipiell springt dann die Haftpflichtversicherung ein, aber nur bis zu einer bestimmten maximalen Deckungssumme. Deshalb sollte der Fahrer darauf bestehen, dass der Mitfahrer eine Haftungsbeschränkungserklärung unterschreibt, die darüber hinausgehende Forderungen ausschließt. Eine Druckvorlage gibt es auf den Websites der Mitfahrzentralen.
Viel Freiheit für junge Führerscheinbesitzer bieten auch Versicherungen, die nicht an ein bestimmtes Auto gebunden sind. Die AachenMünchener Versicherung etwa hat mit YOUNG & DRIVE eine Police im Portfolio, mit der junge Fahrer bis zum 23. Geburtstag alle bei der AachenMünchener versicherten Wagen der Familie nutzen können – ohne Zusatzkosten für den jeweiligen Halter.
Mit der passenden Versicherung und ausreichend Informationen über das geliehene Auto im Gepäck kann jeder die mobile Freiheit ganz unbeschwert genießen – und über hundert Autos fahren.

