Ideen, die die Welt verändern
Aller Anfang ist schwer
Als die zwei Elektronikbastler Steve Jobs und Stephen Wozniak im Jahr 1976 ihre Computerfirma gründen, benötigen sie ein Startkapital von 1.750 US Dollar. Doch woher nehmen? Jobs verkauft kurzerhand seinen roten VW-Bus, und Wozniak trennt sich von seinem programmierbaren Hewlett-Packard-Taschenrechner. Die beiden Tüftler nennen ihr Unternehmen Apple Computers und führen bald einen angebissenen Apfel als Firmenlogo. Mit ihrem Apple II, der über zwei Millionen Mal über den Ladentisch geht, gehören sie schnell zur ersten Riege der PC-Hersteller.
30 Jahre und viele Entwicklungen später gilt das iPhone-Handy aus dem Hause Apple laut Time-Magazin als „die Erfindung des Jahres“ 2007. Das schicke Smartphone mit der bedienerfreundlichen Oberfläche setzt Maßstäbe – und ist unangefochtener Liebling trendbewusster Technikfans. Ähnlich revolutionär wie das iPhone waren in ihrer Anfangszeit viele Erfindungen. Coca-Cola, Nivea oder Windows: Diese Erfindungen waren revolutionär – und machten die Unternehmen dahinter groß. Diese Marken sind aus unserem Alltag nicht wegzudenken.
Textile Schwedenhappen
H&M hat die Modewelt revolutioniert: Trendbewusste Klamotten zu günstigen Preisen, mit diesem Konzept schwimmen die Kleidermacher aus dem hohen Norden seit Jahren auf der Erfolgswelle. 1980 eröffnen die Schweden die erste deutsche Filiale im noblen Hamburger Hanseviertel, heute können Kunden weltweit in rund 2.000 H&M Geschäften shoppen. Jeden Tag kommen neue Modelle in die Läden. Und auch prominente Gesichter bringen den Konzern auf den Mode-Olymp. So zieren seit den 90er-Jahren Top-Models und Schauspieler wie Claudia Schiffer, Heidi Klum oder Johnny Depp Litfaßsäulen. Mit einem Nettogewinn von 1,4 Milliarden Euro im Jahr 2008 sehen die Stockholmer der Zukunft gelassen entgegen.
Globale Erfrischung
Täglich trinken rund eine Milliarde Menschen Coca-Cola – die weltweit bekannteste Marke. Das Zufallsprodukt eines amerikanischen Apothekers aus dem Jahr 1886 avanciert in kurzer Zeit zum US-Nationalgetränk. Und mit seinem markanten Logo plus der speziell geformten „Flasche mit dem Hüftschwung“, die 1916 auf den Markt kam, ist der Wiedererkennungswert immens. Auch andere Werbemaßnahmen können sich auf der ganzen Welt durchsetzen: So kreiert die Firma 1931 den „Coca-Cola Santa Claus“, den Weihnachtsmann in den Unternehmensfarben Rot und Weiß.
In Deutschland startet der Siegeszug des braunen Durstlöschers 1923, anfangs jedoch schleppend. Nach dem Zweiten Weltkrieg schnellt der Verkauf rasant in die Höhe. Coca-Cola, der Inbegriff des American Way of Life, wird das Symbol des deutschen Wirtschaftswunders. Ihrer Vorreiterrolle wird die Firma 1983 erneut gerecht: Mit Coca-Cola light kommt das erste „leichte“ Produkt auf den deutschen Markt. Heute gehören zum Coca-Cola-Konzern auch Apollinaris, Fanta oder Sprite.
Runde Sache
1949 gründet Adolf Dassler Adidas – und schon fünf Jahre später kann er der deutschen Fußballnationalmannschaft zum „Wunder von Bern” verhelfen. Denn die Elf trägt zum ersten Mal Schuhe mit auswechselbaren Stollen, eine Erfindung des Adidas-Gründers. Seither stattet die Firma mit Sitz in Herzogenaurach Athleten unterschiedlichster Sportarten aus. Bei den Olympischen Spielen 1996 in Atlanta tragen 6.000 Sportler aus 33 Ländern Modelle des „Drei-Streifen-Unternehmens“ – und können damit 220 Medaillen einheimsen. Der sportliche Erfolg spiegelt sich im unternehmerischen wider: Seit dem Börsengang vor 15 Jahren hat sich der Wert der Adidas-Aktie vervielfacht.
Burger-Meister
In San Bernardino, Kalifornien, eröffnen die Brüder Richard und Maurice McDonald 1940 ihr erstes Restaurant. Ab 1969 startet das Unternehmen auch außerhalb der Vereinigten Staaten durch – die Deutschen können zwei Jahre später ihren Hunger bei McDonald‘s stillen. Heute kommen allein in Deutschland Tag für Tag fast rund 2,6 Millionen Gäste, um Pommes, Big Mac und Co. zu essen. Und seit einigen Jahren auch, um sich bei einem Latte macchiato und einem Muffin zu entspannen. Mit den McCafés ist das Unternehmen erfolgreich auf den Coffeeshop-Zug aufgesprungen.
Blaues Wunder
1911 ist die Geburtsstunde der Nivea-Creme, anfangs noch in einer gelben Dose mit Blumenranke. Doch 14 Jahre später bekommt sie eine neue, puristischere Verpackung: die blau-weiße Dose – und wandert so um die ganze Welt. Auch nach fast 100 Jahren hat sich die Rezeptur dieser Schönheitspflege kaum verändert und wirkt wie eh und je als Jungbrunnen für Mann und Frau. Die Firma dahinter: die Beiersdorf AG, mit vielen anderen bekannten Marken wie Eucerin, Labello oder 8×4 das größte deutsche Kosmetikunternehmen. Seit 2008 ist der Konzern im Dax, dem wichtigsten deutschen Aktienindex, vertreten – und gehört damit hierzulande zu den 30 führenden börsennotierten Unternehmen.
Ein Stück Finanzgeschichte
Im Alter von 47 Jahren wagt Prof. Dr. Reinfried Pohl 1975 den Schritt in die Selbstständigkeit und gründet die Deutsche Vermögensberatung. Seine Vision: den Menschen umfassende Gesamtlösungen für Vermögensaufbau und Vorsorge auf den Leib zu schneidern – von Versicherungen über Bausparverträge bis hin zu Investmentfonds. Mit diesem Allfinanzkonzept legt er den Grundstein für einen der führenden eigenständigen Finanzvertriebe, bei dem derzeit rund 37.000 Vermögensberater über 5,4 Millionen Kunden betreuen.
Apfel-Bauer
Das iPhone-Handy, seit 2007 auf dem Markt, hat schon jetzt Kultstatus: Die Kombination aus toller Technik und schickem Design lässt die Herzen junger und jung gebliebener Menschen höherschlagen – und beschert dem Unternehmen Apple Inc. satte Gewinne. In den 70er-Jahren ist die Firma aus Kalifornien einer der ersten Hersteller von Personal Computern und trägt viel zu ihrer Verbreitung bei. Besonders in puncto grafischer Benutzeroberfläche nimmt die Firma schnell eine Vorreiterrolle ein. Heute rangiert Apple mit einem Wert von rund 63 Milliarden US-Dollar auf Platz sechs der teuersten Marken der Welt. Der neueste Coup: das iPad, ein Mix aus Laptop und Smartphone. Ob auch dieses Gerät dem Konzern reiche Ernte bringen wird? Die Zeichen stehen gut.
Computer-Cracks
1975 gründen Bill Gates und Paul Allen in Seattle ihr Unternehmen Microsoft. Der große Durchbruch kommt mit einer IBM-Kooperation. IBM möchte einen PC auf den Markt bringen und braucht dafür ein Betriebssystem. 1981 liefert Microsoft „MS DOS“, mit dem alle IBM-Computer ausgestattet werden. In den 90er-Jahren explodiert der Umsatz der Firma mit „Windows“ und der Bürosoftware „Office“. Heute arbeiten rund 93.000 Beschäftigte bei – und fast alle PC-Nutzer weltweit mit – Microsoft.


