Deutschland ist der Superstar

Immer mehr Bundesbürger machen in Deutschland Urlaub

Das ist das Ergebnis einer aktuellen Umfrage des Deutschen Tourismusverbandes e.V. Nach dem Motto „Warum in die Ferne schweifen, wenn das Gute liegt so nah?“ verbringen 72 Prozent der Befragten die Ferien im eigenen Land. Kein Wunder, bietet Deutschland doch jede Menge sehenswerte Regionen zwischen Meeren und Bergen, Flüssen und Seen.

Eines dieser Kleinode, die einen erholsamen Urlaub für die ganze Familie versprechen, ist das Oldenburger Münsterland im Nordwesten Niedersachsens. Ob Wassersportparadies Dümmer See, die waldreichen Dammer Berge oder das Barßel-Saterland, wo man die Nordsee schon schnuppern kann – die Gegend ist bekannt für ihre landschaftliche Vielfalt. Ein weiteres Highlight sind die weitläufigen Moore, die einen ganz besonderen Reiz ausüben.

„Oh, schaurig ist‘s, übers Moor zu gehn“, schrieb Annette von Droste-Hülshoff Anfang des 19. Jahrhunderts im wohl bekanntesten deutschen Moor-Gedicht „Der Knabe im Moor“. Es zeigt, dass die Sumpflandschaften seit jeher verknüpft sind mit Mythen und Schauermärchen. So fürchteten die Menschen früher, dass diejenigen, die im Leben Schlechtes taten, in den Tiefen des Sumpfes versanken – und als Geister durchs Moor stromerten. Wer heute etwa durch das Feuchtgebiet Esterweger Dose wandert, sieht die Umgebung mit anderen Augen: Jetzt im Sommer blüht das Wollgras und sprenkelt die Sümpfe mit seinen weißen, buschigen Blüten. Mit etwas Glück kann man seltene Pflanzen wie Sonnentau oder Schnabelried entdecken – ein wahres Eldorado für Botanikfreunde.

Von Stock und Stiefel

Die Esterweger Dose ist mit einer Fläche von 5.000 Hektar das größte zusammenhängende Moorgebiet Westeuropas. Um die Einzigartigkeit dieses Landstriches zu schützen, werden immer mehr Flächen wieder vernässt, sodass ein riesiges Vogelschutzgebiet entstehen kann.

Was heute der Natur zurückgegeben wird, mussten ihr Menschen in vergangenen Jahrhunderten mühsam abtrotzen. Kanäle wurden gebaut, um das Sumpfland trocken zulegen und Transportwege für das wichtigste Handelsgut des Moores zu gewinnen: den Torf, der getrocknet als begehrtes Brennmaterial diente. So waren die Menschen in früheren Tagen vom Moor, das sie erschauern ließ, wirtschaftlich abhängig.

Wer sich heute in die damaligen Torfstecher hineinversetzen möchte, ist im Moor- und Fehnmuseum Elisabethfehn im Norden des Oldenburger Münsterlandes richtig. Ein Spaß für Groß und Klein ist zudem eine Fahrt mit der Torflorenbahn in Goldenstedt. Hier steht auch das „Haus im Moor“: Auf einem Erlebnispfad lernen die Besucher alles Wissenswerte rund ums Moor kennen.

Wie die Kinder mal wieder durch dicken Matsch waten? Kein Problem: Im Moortretbecken kann jeder sich die Füße schmutzig machen – und das ist auch noch richtig gesund. Danach gibt‘s eine Stärkung im dazugehörigen Café. Besonders lecker: der Buchweizenpfannkuchen, eine regionale Spezialität. Wer jetzt immer noch nicht genug vom Moorleben hat, macht einen Abstecher nach Bösel, um dort seinen „Diplom-Törfwarker“ zu absolvieren. Zwei der spektakulären Disziplinen sind das „Stäwelwietschmieten“,plattdeutsch für „Stiefelweitwerfen“, und das Stockspringen, für dessen korrekte Ausübung man normalerweise natürlich jahrelang üben muss.

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