Fit, schön, gesund: Die besten Promi-Tipps

„Ich bin nicht besonders diszipliniert, …

… was Sport angeht. Leider.“ In diesem Satz erkennen sich vermutlich viele Sportmuffel wieder. Tatsächlich stammt er von der Schauspielerin Franka Potente. Die 36-Jährige küsste schon Johnny Depp und rettete Matt Damon das Leben – vor der Kamera, versteht sich. Die gebürtige Dülmenerin gehört zu den wenigen Deutschen, die sich in Hollywoods Traumfabrik durchsetzen konnten. Und die ist nicht gerade dafür bekannt, dass Schönheit und ein wohlgeformter Körper hier Nebensachen sind.

Kann man im US-Filmgeschäft wirklich ohne Disziplin Karriere machen? Schön wär‘s. Vor dem Dreh des Films „Die Bourne Identität“ quälte sich Potente täglich im Fitness-Studio. Einziger Trost: Auch Filmpartner Matt Damon stemmte wochenlang Hanteln, um bei der Liebesszene eine gute Figur zu machen.

So sehr stehen wir Durchschnittsbürger nicht unter Druck. Schließlich verdienen wir in der Regel mit unserem Körper nicht unseren Lebensunterhalt. Doch apropos Lebensunterhalt: Über die Hälfte der EU-Bürger übt eine sitzende Tätigkeit aus, ergab eine Untersuchung der Weltgesundheitsorganisation (WHO). Mindestens zwei Drittel der Erwachsenen in Westeuropa seien nicht ausreichend körperlich aktiv. Dabei braucht unser Organismus nach neuen medizinischen Erkenntnissen Bewegung, um gesund zu bleiben oder zu werden. Sie kann Volkskrankheiten wie Diabetes oder Depressionen heilen oder lindern und sogar die körpereigene Krebsabwehr stärken. Das hat Spiegel-Redakteur Jörg Blech für seinen Bestseller „Heilen mit Bewegung“ recherchiert: „Psychiater, Onkologen ebenso wie Orthopäden, Demenzforscher und Kardiologen erkennen: Den Körper in Gang zu setzen hilft Menschen auch dann, wenn sie schon längst krank sind.“ Grund: Bewegung „kann neue Gefäße und heilende Zellen in erkrankten Geweben wachsen lassen und Krankheitsverläufe regelrecht umkehren.“

Wie wir unserem Körper am besten auf die Sprünge helfen, ist auch eine Frage des persönlichen Geschmacks. Der eine findet Gefallen an fünf schnellen halbstündigen Spaziergängen pro Woche, ein anderer nimmt den New-York-Marathon ins Visier. Wieder andere verausgaben sich am liebsten in mehreren Sportarten. Etwa Formel-1-Fahrer Michael Schumacher: „Meine große sportliche Liebe ist mein Beruf, und meine andere sportliche Liebe ist mein Hobby“, sagt er und meint mit Letzterem das Kicken mit Freunden oder mit seinem Schweizer Verein, dem FC Echichens.

Hauptsache ist jedoch, den Organismus regelmäßig auf Touren zu bringen. Wer allerdings mit starkem Übergewicht oder medizinischen Problemen zu kämpfen hat, sollte seinen Arzt konsultieren, bevor er die Joggingschuhe schnürt oder aufs Rennrad steigt.

Übungen für jedermann, jederzeit und überall

Franka Potente hat vieles ausprobiert, Jiu-Jitsu, Reiten, Ballett, Tennis. Doch in keiner Disziplin blieb sie am Ball. Dann traf sie Karsten Schellenberg und fand mit dem Fitness-Trainer ihre Sportart: Kick Ass, das alternative Workout. Mit ihrem gleichnamigen Buch wollen der Star und der Trainer all jenen eine Starthilfe geben, die effektive Ganzkörperübungen in ihren Tagesplan einbauen möchten. Die Idee: Die Lektionen kann jeder jederzeit und an jedem Ort nachmachen.

Wird das Training Teil des Alltags, ist der Erfolg garantiert, denn Alltag bedeutet Regelmäßigkeit. Zusätzlich gibt‘s Rezepte für schnelle, leichte Mahlzeiten. Sympathisch: Potente hat sich auch in Los Angeles, der Stadt der superdünnen Schauspielerinnen und Models, nicht vom Schlankheitswahn infizieren lassen. Ab und an schlägt sie über die Stränge, mit einem Schokoriegel zum Frühstück oder einer dicken Portion Eiscreme. Allerdings: Am nächsten Tag ist zur Schadensbegrenzung ein deftiges Workout angesagt. „Das alles kombiniert mit kurzen Entspannungsphasen, dann purzeln die Pfunde wie von selbst“, verspricht Fitness-Profi Schellenberg.

Sport als Stimmungsaufheller

Bewegung tut nicht nur dem Körper gut. Autor Jörg Blech berichtet von einem US-Forscher, der Mäuse in ein Laufrad steckte. Ergebnis des Experiments: Während der körperlichen Ertüchtigung produzierten die Tiere das Protein VGF, das das Gehirn offenbar vor krank machendem Stress schützt. Sport als Stimmungsaufheller – Schauspielerin Ursula Karven kennt diesen Effekt aus eigener Erfahrung. Sie begann in den 90er-Jahren mit Yoga. Schon nach kurzer Zeit waren ihre Rückenschmerzen passé, ihr Körper wurde zusehends durchtrainierter. Als vor einigen Jahren Karvens Sohn tödlich verunglückte, lernte sie einen weiteren Aspekt der Bewegungsphilosophie schätzen: Yoga half ihr, mit dem Verlust klarzukommen. Auch Studien belegen, dass die fernöstliche Bewegungsphilosophie wie eine Medizin Depressionen und Angstzustände lindert. Außerdem kann sie sich positiv auf Atemwegs- oder Herz-Kreislauf-Erkrankungen auswirken sowie auf Blutwerte, Hormonspiegel, Gelenke, Bewegungsapparat und Stoffwechsel.

Ursula Karven bevorzugt die dynamische Form des Power-Yoga. Wenn sie so richtig ins Schwitzen kommt, arbeitet sie den Stress weg. Inzwischen hat sich die 45-Jährige zur Yoga-Lehrerin ausbilden lassen und Bücher und DVDs mit Übungen auf den Markt gebracht. Ihr Yoga-Tipp: „Egal, wie das Leben einem mitspielt, man kann immer die Ruhe in sich finden.“

Die Jungbrunnen-Formel

Michael Schumacher beim Kicken im Trikot seines Partners Deutsche Vermögensberatung

Michael Schumacher (rechts): Der Formel-1- Star powert sich gern mal beim Kicken aus, hier im Trikot seines Partners Deutsche Vermögensberatung

Vom Finden handelt auch das Buch „Länger jung und gesund“, das TV-Moderatorin Nina Ruge gemeinsam mit dem Internisten Dr. Erich Knobloch geschrieben hat. Die ehemalige Biologielehrerin machte sich vor einigen Jahren auf die Suche nach der Jungbrunnen-Formel – und fand ein ganzheitliches Konzept: „Nach neuesten Studien sind es Kleinigkeiten, die über unsere Gesundheit entscheiden – 30 Minuten Bewegung pro Tag, dazu eine ausgeglichene Ernährung, also viel Obst, Gemüse, Fisch und wenig Alkohol, und vor allem: nicht rauchen!“

Um den Alterungsprozess auszubremsen, der bereits mit Anfang 20 einsetzt, propagiert die 53-Jährige zehn goldene Regeln, die so simpel wie einfach in die Tat umzusetzen sind, etwa „Essen Sie reichlich Ballaststoffe“, „Betreiben Sie ein gesundes Maß an Vorsorge“ oder „Halten Sie sich jung mit Gehirn-Akrobatik“. In ihrem Buch verrät Ruge, wie man sich jung schlemmt, liefert einen Wochenplan für die optimale Ernährung, gibt Tipps zum richtigen Schlafen und Entspannen und hat Übungen für die geistige und körperliche Beweglichkeit parat. Ihr Versprechen: „Befolgen Sie die Jungbrunnen-Vorschläge in diesem Buch, und Sie werden merken, wie schnell Sie dafür mit einer ganz neuen Art von Lebensqualität belohnt werden.“

Vor der Belohnung allerdings gilt es, den inneren Schweinehund zu überlisten. Franka Potente hat dafür eine ganz einfache Lösung. Sie freundet sich mit dem Gedanken an mehr Sport an und bringt sich selbst in Zugzwang, indem sie Freunden und Bekannten von ihrem Vorhaben erzählt, ab sofort mehr Sport zu treiben. Dann sagt sie sich: „Was hält mich noch davon ab, jetzt sofort loszulegen? Nichts, oder?“ Diesen Satz sollten Sportmuffel unbedingt auch mal ausprobieren.

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