Eine Stimme gegen Gewalt

„Und wenn ein Lied meine Lippen verlässt …“

Claus Eisenmann, schwarz-weiß

Claus Eisenmann: Künstler mit einem Herz für Kinder

Nicht zuletzt dank des unverwechselbaren Schmelzes in den Stimmen von Xavier Naidoo und Claus Eisenmann schrieben die „Söhne Mannheims“ mit diesem Lied ein Stück deutsche Musikgeschichte. 2004 kam die Ballade auf der CD „Noiz“ in die Plattenläden – und kletterte im Jahr darauf an die Spitze der Albumcharts.

Ein solcher Erfolg war bei der Bandgründung rund acht Jahre zuvor nicht zu erahnen gewesen. Damals bastelten Eisenmann und Naidoo gemeinsam mit vier Mannheimer Kumpels im elterlichen Keller an ihrem Soul-Sound.

Zu den ersten Auftritten in der Mannheimer Altstadt klatschten gerade mal 20 zahlende Gäste. Doch dann färbte die Bekanntheit Naidoos als Solosänger auf die Band ab. 2005 spielten Eisenmann und Co. beim Life-8-Konzert am Brandenburger Tor vor 150.000 kreischenden Fans. „Das war der Wahnsinn“, erinnert sich der 42-Jährige.

2006 geht Eisenmann dann eigene Wege, 2008 erscheint sein erstes Soloalbum „Mein Herz schlägt weiter“. Mit dieser CD wagte Eisenmann einen Neuanfang. Einen Befreiungsschlag nennt Eisenmann das Album. Darauf hat er ein Leben lang hingearbeitet. „Endlich durfte ich so sein, wie ich bin.“ Hier bringt der ausgebildete Tenor Balladen ebenso wie rockige Stücke. „Beim Vorstellungskonzert habe ich hinter der Bühne geweint – vor Freude“, gesteht der Sänger. Für sein nächstes Album ist er schon im Studio. Voraussichtlicher Erscheinungstermin: 2011. Wer so lange nicht warten möchte, kann Eisenmann auch buchen.

Seit vor knapp einem Jahr sein Sohn Lion Luca auf die Welt kam, ist die Musik für den Mannheimer neben Kunst vor allem Broterwerb: „Ich muss jetzt noch mehr Gas geben, um meine Familie abzusichern.“ Dabei verlässt er sich auf die Unterstützung seines Vermögensberaters Harald Rehbein. „Die Beschäftigung mit Geld ist gar nicht mein Ding“, bekennt Eisenmann. „Glücklicherweise habe ich die beste Betreuung der Welt.“ So kann er sich um die Dinge kümmern, die ihm wichtig sind.

Wenn ein cooler Musiker kommt

2009 gründete Eisenmann den Verein „Ken Zores“, was im Mannheimer Dialekt so viel bedeutet wie „keinen Streit“. Auslöser waren Gewaltakte wie der tödliche Angriff Münchener Jugendlicher auf einen Geschäftsmann. „Ich hatte Angst um mein Kind und unsere Gesellschaft“, sagt Eisenmann.

Mit dem Verein spendet er Musikinstrumente für Schulen. Und er motiviert andere Künstler, Jugendhäuser oder Schulklassen zu besuchen. „Wir wollen Kindern und Jugendlichen beibringen, Musik als Ventil zu nutzen. Wenn ein cooler Musiker kommt, hören sie ihm zu.“

Mit Musik die Welt verändern – das war schon das Credo eines der größten Erfolge der „Söhne Mannheims“: „Und wenn ein Lied meine Lippen verlässt, dann nur, damit du Liebe empfängst.“

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